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Sprache und das Trauma der Befreiung

Autor(en)
Gasan Gusejnov
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Artikeldetails
Intro verfasst von
Hera Shokohi
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Der Kulturwissenschaftler Gasan Gusejnov analysiert in seinem Aufsatz die psychoanalytischen Aspekte der russischen Politiksprache. Er kommt zum Schluss, dass diese maßgeblich von der Verdrängung historischer Traumata geprägt ist.

Bei te.ma veröffentlicht
Okt 20, 2022

Veröffentlichungsdatum
Dez 23, 2015
Link
https://www.dekoder.org/de/article/sprache-und-das-trauma-der-befreiung
Archiviert
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Trauma und Sprachgebrauch gehen Hand

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dass das Ergebnis deines Denkens dir ein Trauma zufügt (sei es ein seelisches oder

denn traumatische Erfahrung lagert sich in der Sprache ab. Werden die Schlüsselwörter nicht reflektierter Epochen

Kränkungen verstärkt den Schmerz und verlagert das Trauma auf eine neue Ebene, nämlich

Mitscherlich1, eines der wichtigsten Bücher zum kollektiven Trauma der Deutschen und dessen Heilung

einer gemeinsamen politischen Sprache, und diese Sprache wurde zur Sprache der westdeutschen Zivilgesellschaft

ersten Mal als Tag der Befreiung vom menschenverachtenden System der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft bezeichnete

damit die Bedeutung dieses Tages für sein Land definierte. Bis zu dieser heute allgemein

Jahre vergehen. Die „Befreiung“, von der Weizsäcker sprach, und die „Trauer“, von deren Notwendigkeit

Zeit auch das Schlüsselthema der Mitscherlichs – das Trauma, das sich der Täter selbst zufügt, aber

Reaktion der Träger einer Sprache auf die gesellschaftlichen Traumata, die manchem vielleicht doch vergleichbar erscheinen

ihrem kollektiven historischen Trauma entwickelt. Dabei klingt nur ein einziges Trauma, gewissermaßen die Spitze

Ebene der politischen Rhetorik ist dieses Trauma durch drei selten öffentlich angefochtene Phrasen markiert, nämlich

Bürger der UdSSR erlitten haben. Das tatsächliche Trauma (Jahrzehnte der Unfreiheit, die physische Vernichtung ganzer

Vorwand) wurde ersetzt durch das frische emotionale Trauma des Zerfalls einer Staatsmaschine. Man muss bloß

für das ursprüngliche Trauma verantwortlich ist. Das echte Trauma, das der Mehrheit in der UdSSR

Trauma, eines öffentlichen Diskurses über die den Systemzusammenbruch begründenden Mechanismen, die das Trauma ausgelöst hatten

Jahre verzögerte. Die Jahre der Entstehung eines Trauma-Narrativs und der sie begleitenden Diskussionen

Deutschen es leichter, sich auf ihr Trauma zu konzentrieren, sich darüber auszutauschen und allmählich

ihren Bann, die in der Sprache leben. Am Tag der Einheit des Volkes

bewundern (während man am Abend desselben Tages im TV dazu eingeladen wurde, sich

Sprache. Doch auch wenn die Frage, wie bewusst oder unbewusst die Operationen an der Sprache

Kiewer Russland, in dem weder das Merkmal Sprache noch das Merkmal Kultur eine eindeutige Unterscheidung

Medienelite der heutigen Russischen Föderation ihre Sprache des Hasses sowohl auf ehemalige Teile des Imperiums

Alexander Mitscherlich sagt, dass ein Trauma nur mithilfe von gewissenhaft angeeignetem Wissen überwunden werden kann