Special Input

Mehr als Geschlecht: Das deutsche Genus und das Prinzip der Zählbarkeit

Autor(en)
Martina Werner
Tags
Genus Tag entfernen Grammatik Tag entfernen
Artikeldetails
Intro verfasst von
Martina Werner
Intro

Die Kategorie Genus erfährt im Zuge des Diskurses zu geschlechtergerechter Sprache derzeit starke Aufmerksamkeit. Im Special Input stellt Martina Werner weitere Auffassungen darüber, was unter Genus in der Linguistik verstanden wird, vor – und was im Deutschen z.B. das Pluralisierungsverhalten der Substantive, also die Kategorie Numerus, damit zu tun hat.

Bei te.ma veröffentlicht
Nov 13, 2023

‘tag:grammatik tag:genus’ hat 40 Treffer:

Die Kategorie Genus erfährt im

Zusammenhang von Genus (der Dimension für das grammatische Geschlecht) und Gender derzeit Gegenstand intensiver Diskussionen

überhaupt dazu kommt, dass manche Sprachen Genus (oder auch andere Nominalklassensysteme ) besitzen und welchen Zweck

dabei stets: Was ist die grammatische Bedeutung von Genus? Dazu hilft es, noch genereller

Sprache anwenden lässt? Denn gerade die grammatische Kategorie Genus scheint eine solche Klassifikation vorzunehmen. Darauf

Lateinisch genus bedeutet nicht nur „Geschlecht“, sondern auch „Klasse, Art“. Genus – eine grammatische Kategorie

Restfunktion Nach Auffassung strukturalistischer Sprachbeschreibungen liegt jeder grammatischen Kategorie ein Oppositionsverhältnis zugrunde, das heißt

Genus aber gilt das nur eingeschränkt: Zwar lässt sich jedes Substantiv einem bestimmten Genus (Maskulinum

verschiedener Genera. Mit anderen Worten: Hinsichtlich des Genus eines Lexems hat der Sprecher keine Wahlmöglichkeit

Busch besitzt inhärent maskulines Genus. Das bedeutet, Formen mit anderem Genus wie * die Busch oder

Formen wie das Gebüsch . In Hinblick auf Genus lassen sich also nicht in der gleichen

Suche nach einer (Rest-) Funktion der Kategorie Genus konfrontiert. Dazu kommt: Die Regeln, nach welchen

gibt im Deutschen keine belastbare Bedeutungsgrundlage für Genus, die alle Substantive umfassen würde. In anderen

Lateinischen hingegen wird das Genus mittels Flexionsendungen am jeweiligen Nomen markiert (z.B. familia „Familie

Marker für das Genus femininum). Das Genus des Deutschen ist, linguistisch gesprochen, eine teilmotivierte Kategorie

Zweck sie einer bestimmten Genusklasse (z.B. dem Genus neutrum) zugeordnet sind. Zur formalen Bestimmung blickt

inhärentes Genus betrachtungsrelevant. Denn nur so kann die Frage einer grammatischen Funktion des grammatischen Geschlechts

Bezüge im Satz (Syntax) zur Beschreibung von Genus im Vordergrund. Da es sich

Kongruenztheorie: Genus markiert Zusammengehörendes In der gegenwärtigen linguistischen Beschreibung gilt die Kategorie Genus zunächst einmal

Genus ist aber nur eine rein formbasierte Beschreibungsgrundlage, die nichts über den Inhalt von Genus

gemeinsam, dass Genus neben der Form auch über Bedeutung definiert wird. Belebtheitstheorie: Genus markiert

Indogermanistik kommende Belebtheitstheorie geht davon aus, dass Genus eine Klassenunterscheidung zwischen belebten Substantiven (wie Maus

Wortbedeutung angezeigt werden) und das grammatische Geschlecht ein und dasselbe seien. Für die Belebtheitstheorie gibt

Grundfunktion von Genus vorerst offen. Kann eine Genustheorie, die den Zusammenhang von Genus und Numerus

Zählbarkeitstheorie: Genus markiert (Nicht-)Pluralisierbarkeit Aus der modernen sprachvergleichenden Forschung weiß man, dass Genus

typische Pluralform die Kategorie des Genus femininum (sogenannter gebrochener Plural ). Eine weitere Beobachtung: Sprachen besitzen

Plural, Dual u.a.). Und schließlich: Die Kategorie Genus existiert nur in Sprachen, die auch über

verfügen, umgekehrt ist das nicht der Fall. Genus benötigt also etwas, das durch die Kategorie

Sand oder Milch , dem Versuch der Pluralisierung grammatisch (wie bei *Milche ). Wenn überhaupt, so bilden

diesem Zusammenhang wird die Zählbarkeitstheorie für Genus relevant. Einige dieser Nominalisierungen, z.B. substantivierte Infinitive

Diese Substantive haben in der Regel das Genus Neutrum . Andere Nominalisierungsmuster kodieren hingegen ein punktuelles

fragwürdig ist). Und sie haben üblicherweise maskulines Genus. An diesen Beispielen ist bereits

genus-markiert werden. Diese markierten Substantive tragen je nach Markierung bzw. Genus die unterschiedlichen Zählbarkeitsgrade

Nominalisierungsmustern beteiligt sind und zuverlässig ein Genus kodieren, bezeichnet man sie im Fremdsprachenunterricht auch

Tage, musterbildend bestätigt. Auch außerhalb der indogermanischen Sprachfamilie sind motivierte Beziehungen zwischen Genus

auch noch seiner Entdeckung. Zusammenschau: Genus mit mehreren Zugängen Genus wurde und wird

Neben der derzeit wohl populärsten Theorie, wonach Genus und das sogenannte „natürliche“ Geschlecht (Sexus) miteinander

Beitrag skizziert wurden. Der Zählbarkeitstheorie zufolge sind Genus und Numerus (im Deutschen repräsentiert durch Singular

Kategorie Genus basiert auf Numerus. Aus typologischen Studien wissen wir, dass Sprachen mit Genus stets

Numerus besitzen, nicht aber umgekehrt. Dass verschiedene grammatische Kategorien miteinander in Beziehung stehen