Special Input

Mehr als Geschlecht: Das deutsche Genus und das Prinzip der Zählbarkeit

Autor(en)
Martina Werner
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Martina Werner
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Die Kategorie Genus erfährt im Zuge des Diskurses zu geschlechtergerechter Sprache derzeit starke Aufmerksamkeit. Im Special Input stellt Martina Werner weitere Auffassungen darüber, was unter Genus in der Linguistik verstanden wird, vor – und was im Deutschen z.B. das Pluralisierungsverhalten der Substantive, also die Kategorie Numerus, damit zu tun hat.

Bei te.ma veröffentlicht
Nov 13, 2023

‘tag:genus’ hat 31 Treffer:

Die Kategorie Genus erfährt im

Öffentlichkeit ist der Zusammenhang von Genus (der Dimension für das grammatische Geschlecht) und Gender derzeit

überhaupt dazu kommt, dass manche Sprachen Genus (oder auch andere Nominalklassensysteme ) besitzen und welchen Zweck

stets: Was ist die grammatische Bedeutung von Genus? Dazu hilft es, noch genereller zu fragen

Lateinisch genus bedeutet nicht nur „Geschlecht“, sondern auch „Klasse, Art“. Genus – eine grammatische Kategorie

Genus aber gilt das nur eingeschränkt: Zwar lässt sich jedes Substantiv einem bestimmten Genus (Maskulinum

verschiedener Genera. Mit anderen Worten: Hinsichtlich des Genus eines Lexems hat der Sprecher keine Wahlmöglichkeit

Busch besitzt inhärent maskulines Genus. Das bedeutet, Formen mit anderem Genus wie * die Busch oder

Formen wie das Gebüsch . In Hinblick auf Genus lassen sich also nicht in der gleichen

Suche nach einer (Rest-) Funktion der Kategorie Genus konfrontiert. Dazu kommt: Die Regeln, nach welchen

gibt im Deutschen keine belastbare Bedeutungsgrundlage für Genus, die alle Substantive umfassen würde. In anderen

Lateinischen hingegen wird das Genus mittels Flexionsendungen am jeweiligen Nomen markiert (z.B. familia „Familie

Marker für das Genus femininum). Das Genus des Deutschen ist, linguistisch gesprochen, eine teilmotivierte Kategorie

Zweck sie einer bestimmten Genusklasse (z.B. dem Genus neutrum) zugeordnet sind. Zur formalen Bestimmung blickt

Hintergrund sind also ausschließlich Substantive ohne inhärentes Genus betrachtungsrelevant. Denn nur so kann die Frage

Bezüge im Satz (Syntax) zur Beschreibung von Genus im Vordergrund. Da es sich

Kongruenztheorie: Genus markiert Zusammengehörendes In der gegenwärtigen linguistischen Beschreibung gilt die Kategorie Genus zunächst einmal

Genus ist aber nur eine rein formbasierte Beschreibungsgrundlage, die nichts über den Inhalt von Genus

gemeinsam, dass Genus neben der Form auch über Bedeutung definiert wird. Belebtheitstheorie: Genus markiert

Indogermanistik kommende Belebtheitstheorie geht davon aus, dass Genus eine Klassenunterscheidung zwischen belebten Substantiven (wie Maus

Grundfunktion von Genus vorerst offen. Kann eine Genustheorie, die den Zusammenhang von Genus und Numerus

Zählbarkeitstheorie: Genus markiert (Nicht-)Pluralisierbarkeit Aus der modernen sprachvergleichenden Forschung weiß man, dass Genus

typische Pluralform die Kategorie des Genus femininum (sogenannter gebrochener Plural ). Eine weitere Beobachtung: Sprachen besitzen

Plural, Dual u.a.). Und schließlich: Die Kategorie Genus existiert nur in Sprachen, die auch über

verfügen, umgekehrt ist das nicht der Fall. Genus benötigt also etwas, das durch die Kategorie

diesem Zusammenhang wird die Zählbarkeitstheorie für Genus relevant. Einige dieser Nominalisierungen, z.B. substantivierte Infinitive

Diese Substantive haben in der Regel das Genus Neutrum . Andere Nominalisierungsmuster kodieren hingegen ein punktuelles

fragwürdig ist). Und sie haben üblicherweise maskulines Genus. An diesen Beispielen ist bereits

genus-markiert werden. Diese markierten Substantive tragen je nach Markierung bzw. Genus die unterschiedlichen Zählbarkeitsgrade

Nominalisierungsmustern beteiligt sind und zuverlässig ein Genus kodieren, bezeichnet man sie im Fremdsprachenunterricht auch

heutigen Tage, musterbildend bestätigt. Auch außerhalb der indogermanischen Sprachfamilie sind motivierte Beziehungen zwischen Genus