Thomas Meyer introduces

AI and the Future of Undergraduate Writing

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AI and the Future of Undergraduate Writing

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Introduction

Written by Thomas Meyer

Published to te.ma 13.01.2023

Written by Thomas Meyer
Published to te.ma 13.01.2023

Die Veröffentlichung des Textgenerators ChatGPT hat bereits nach wenigen Tagen eine Debatte darüber ausgelöst, ob Schüler*innen ihre Arbeiten noch selber schreiben werden, wenn es Systeme gibt, deren Texte von ihren eigenen kaum oder gar nicht zu unterscheiden sind. Beth McMurtrie beschreibt in ihrem Bericht für den Chronicle of Higher Education die ersten Reaktionen aus dem US-amerikanischen Bildungsbereich und verdeutlicht, warum ChatGPT als Anlass dienen sollte, Bildung neu zu definieren.

Am 30. November 2022 hat das US-amerikanische Unternehmen OpenAI den Chatbot „ChatGPT“ veröffentlicht. Binnen weniger Tage haben Millionen Nutzer*innen das mit KI-Technologien arbeitende System genutzt und es Artikel, Gedichte, Hausarbeiten und andere Texte schreiben lassen. Unter dem Eindruck der Qualität dieser maschinell generierten Texte ist seitdem eine Diskussion um die Rolle des Schreibens als intrinsisch menschliche Ausdrucksform entbrannt.

Der Artikel des Chronicle for Higher Education beschreibt die Reaktionen auf ChatGPT aus der Perspektive des US-amerikanischen Bildungssystems: „Is the college essay dead? Are hordes of students going to use artificial intelligence to cheat on their writing assignments? Has machine learning reached the point where auto-generated text looks like what a typical first-year student might produce? And what does it mean for professors, if the answer to those questions is ‘yes‘?“ Diese Fragen verdeutlichen gemeinsame Schwachstellen der US-amerikanischen und deutschen Schulen: Es fehlt die Zeit und Kapazität, „Schreiben lernen“, den neuen Umständen anzupassen. Die neuen technologischen Werkzeuge stellen weniger die Kreativität und Ausdrucksfähigkeit der Schüler*innen in Frage, sie machen vielmehr die einfache Bewertbarkeit von seriell zu beurteilenden Aufgaben unmöglich, die durch große Klassen und überarbeitetes Personal notwendig geworden sind. 

Beth McMurtrie zeigt mögliche Folgen dieser Situation auf: ein grundlegendes Misstrauen gegenüber Schüler*innen betrügen zu wollen; Fehlurteile gegenüber Schüler*innen mit Migrationshintergrund, deren sprachliche Weiterentwicklung fälschlicherweise dem Einsatz von ChatGPT zugeschrieben wird; ein Wettrüsten zwischen „Cheating-Erkennungstools“ und Textgeneratoren. Lösungsideen reichen von einem Fokus auf mündliche Präsentationen bis zur Verlegung der Schreibarbeit in die Unterrichtszeit. 

Alle Szenarien wären die Folge der Idee, dass Werkzeuge wie ChatGPT nicht mit den Bildungszielen des Schulsystems zu vereinbaren sind. Doch KI-generierte Texte, Bilder, Töne und Animationen werden in den kommenden Jahren wichtiger Bestandteil unserer Lern- und Arbeitswelt werden. Anstatt Schüler*innen davon abzuhalten, diese Werkzeuge zu nutzen, sollten sie motiviert werden, die Werkzeuge zu verstehen und sie für ihre eigene Ausdrucksform zu nutzen. Die Gesellschaft braucht zudem eine Debatte über die Technologie. Die Englischlehrerin Anna Mills beschreibt die Notwendigkeit dieser Aneignung: “We need to become part of a societal process of thinking about, how do we want to roll this out? How should such a powerful tool be constructed?”

ChatGPT zeigt, dass die Anwendungsgrenzen der neuen Werkzeuge nur in der Vorstellungskraft vieler Millionen Nutzer*innen liegen. Eines der Ziele von Schreibarbeit ist der Ausdruck von Vorstellungskraft und dieses Ziel kann durch einen angeleitete Nutzung aller zur Verfügung stehenden Werkzeuge besser erreicht werden als durch Verbote. Das Fazit des Artikels, lässt sich daher uneingeschränkt auf die hiesige Bildungspolitik übertragen: „Whether AI chatbots become a faculty nightmare or just another teaching tool may ultimately come down to this: Not the state of the technology, but whether professors are allowed the time to create meaningful work for their students.“

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