KI und Nachhaltigkeit

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Künstliche Intelligenz (KI) ist eine Schlüsseltechnologie, die mittlerweile in allen unseren Lebensbereichen zur Anwendung kommt. Während sich viele Menschen von den KI-Anwendungen Erleichterungen und Fortschritt erhoffen, offenbart sich zunehmend eine Kehrseite. Sowohl für die Forschung an KI (etwa beim Training neuronaler Netze) als auch über den kontinuierlichen Einsatz von KI in der Wirtschaft werden erhebliche Mengen an Energie verbraucht. Auf eine kurze Formel gebracht: je komplexer die KI-Anwendung, je größer der Aufwand, desto höher der dazu aufzuwendende Energie- und Ressourcenverbrauch.    

KI kann und soll zukünftig aber auch ein Schrittmacher für Nachhaltigkeit in allen Lebensbereichen werden. Insbesondere ihr derzeit boomender Teilbereich, das maschinelle Lernen, erprobt und liefert Anwendungen, die ein nachhaltiges Leben und Wirtschaften ermöglichen sollen, von Forschungen auf dem Meeresgrund bis zur Bordelektronik in selbstfahrenden Autos.                           

Mit diesem Spannungsverhältnis, dem sogenannten Rebound-Effekt, zwischen einerseits dem hohen Energie- und Ressourcenverbrauch von KI-Anwendungen und andererseits ihrem möglichen zukünftigen Nutzen für einen effektiveren und schonenderen Umgang mit den planetaren Ressourcen wollen wir uns in einem künftigen Kanal hier auf te.ma befassen.   

Welche Hoffnungen sind berechtigt? Wobei können uns nicht einmal die ausgefeiltesten Algorithmen helfen? Und wie kann die KI-Forschung selbst nachhaltiger werden? Eine fast unbekannte Debatte von existenzieller Bedeutung.

Diskussionen
6 Kommentare

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Nachhaltigkeit der Berufswelt gefährdet durch AI

Um neben der Spielerei weiter unten von mir noch etwas Konstruktives hier zu lassen.

Interessant ist auch die Überlegung inwiefern die Verbreitung von AI Systemen Arbeitsbereiche übernehmen und dadurch die menschliche Teilhabe an diesen Arbeitsbereichen schmälern wird.

Ich habe euren ersten Satz “Können Algorithmen die Welt retten?” mal durch eine Text zu Bild AI-Software gejagt und folgendes Ergebnis bekommen:

Unbenannt
jpg erzeugen


Schonmal nicht schlecht, aber wahrscheinlich noch zu abstrakt. In ein paar Jahren wird sicher auch der Satz brauchbare Ergebnisse liefern.

Weniger abstrakte Beschreibungen aber, liefern schon viel nützlichere Ergebnisse. Hier zum Beispiel das Ergebnis nachdem ich den Pitch “Ein Wissenschaftler mit großer Brille und weißem Kittel auf einer Blumenwiese im Sommer” eingegeben habe:

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Darf es vielleicht noch ein fliegendes Schwein, im Himmel über dem Wissenschaftler sein?

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Und damit zurück zu meinem anfänglichen Thema: Wenn ich solche tollen Ergebnisse mit einer AI innerhalb von wenigen Minuten zu einem Cent-Preis erzeugen kann, es perspektivisch qualitativere und effizientere Systeme dazu geben wird, was für Effekte wird das auf Design/Zeichen/Kunstbereiche haben, im speziellen auf die dort verortete Berufswelt?

Noch prägnanter: Wie kann, trotz der durch AI verdrängten menschlichen Tätigkeitsbereiche, sichergestellt werden, dass Menschen, die in jenen Bereichen tätig waren/sind nachhaltig beschäftigt bleiben?

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Eine interessante Entwicklung lässt sich in der Welt der Code-Generierung beobachten: Es existieren bereits AIs, die Code aus einem menschenlesbaren Satz generieren können. Es bleibt weiterhin spannend, ob Programmiererin und Programmierer in Zukunft genau so gefragt sein werden wie heute.

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Vielleicht wird es dann einen neuen Berufszweig geben: Die AI-Flüsterer! Menschen, die präzise Beschreibungen für Kunstwerke/Digitale Produkte entwerfen und eine AI damit bespielen.

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So jemanden haben wir im te.ma-Team! Vielleicht habt ihr euch schon gefragt, wer denn die Grafiken der Kanäle erstellt hat… Sowohl Mensch als auch Maschine waren involviert :)

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Als (Wissenschafts-)Philosoph und Informatiker (KI, Mensch-Maschine, Simulation) beschäftige ich mich schon lange mit dem Verhältnis zwischen KI und Gesellschaft, seit 2 Jahren auch speziell unter Berücksichtigung der Nachhaltigkeit. Grobkörnig gesprochen fällt mir auf, das sehr viele Nicht-Informatiker (Juristen, Soziologen, ...) über das Thema KI sprechen, ohne wirklich zu verstehen, was das ist 'KI', und umgekehrt wenig Informatiker, weil sie den 'Bannkreis' des Maschinellen Lernens kaum überschreiten.

Insgesamt führt dies zu einer Reduktion des Begriffs 'Intelligenz' (wer weiß schon was das ist ...) auf Intelligenz von Maschinen bei weitgehender Ausklammerung der Frage, was denn eigentlich 'menschliche Intelligenz' ist und wie sich beide Formen von Intelligenz zueinander verhalten können.

Ferner beobachte ich, wie der Begriff der Nachhaltigkeit vielfach beschränkt wird auf puren Ressourcenverbrauch (z.B. Energie), statt das gewaltige Paradigma der 'biologischen Nachhaltigkeit' (mit dem Teilaspekt des Ressourcenverbrauchs) in den Blick zu nehmen. Innerhalb des allgemeinen biologischen Evolutionskonzepts lassen sich alle (!) Teilaspekte von Nachhaltigkeit (etwas kunterbunt und wenig systematisch repräsentiert in den vielen Nachhaltigkeitszielen der UN) sehr einfach und systematisch verorten und dynamisch miteinander in Beziehung setzen.

Man könnte dann entdecken -- was einzelne KI-Forscher auch schon tun --, dass eine zentrale Eigenschaft von Homo-sapiens Populationen das ist, was --- bislang noch sehr blumig -- 'kollektive Intelligenz' genannt wird. Das kollektive Intelligenz kein 'Selbstläufer' ist, das zeigen die vielen kulturellen Katastrophen der letzten 10.000 (und mehr) Jahre. Zugleich zeigt aber gerade diese kollektive Intelligenz Realisierungsmöglichkeiten, die die Fähigkeiten von einzelnen oder kleinen Gruppe gewaltig übersteigen.

Eine Diskussion mit Aussicht auf 'konstruktive Ergebnisse' müsste daher die bisherigen Engführungen vermeiden und einen umfassenderen, dynamischeren Blick organisieren, durch den die vielen Sackgassen -- zumindest ansatzweise -- als solche auch 'enttarnt' werden.

Wer diesen Planeten weiter entwickeln will (!) und dies tun will, ohne sich mit dem Menschen näher zu befassen (unsere vielen sogenannten 'Kulturwissenschaften' helfen da nur bedingt), der kann dies nur tun mit einem Grad der 'Selbstverleugnung' seiner selbst, der eigentlich das gesamte andere Tun mehr als in Frage stellt.






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Lieber gerd.DH,

haben Sie vielen Dank für Ihren Kommentar, in dem Sie auf wichtige Aspekte zum Thema KI und Nachhaltigkeit hinweisen.

Wir stimmen Ihnen zu, dass über das Thema KI nur dann fundiert diskutiert werden kann, wenn es vorab in seiner Funktion verstanden wurde.

Wir werden uns in unserem zukünftigen Kanal „KI und Nachhaltigkeit“ ganz bewusst auf den Teilbereich „Maschinelles Lernen“ (ML) fokussieren. Sobald der Kanal angelaufen ist, sehen wir es als unsere Aufgaben an, zum einen den KI-Begriff gut zu definieren und zu rahmen und darüber hinaus auch zu erklären, warum wir uns auf ML beschränken. Wir geben Ihnen völlig Recht, dass wir für dieses Thema auf das Wissen von mehreren Fachdisziplinen angewiesen sind. Unser Kuratoren-Team wird diese Fächervielfalt abbilden.

Wenn wir von Nachhaltigkeit im Zusammenhang mit ML sprechen, denken wir im Moment tatsächlich an erster Stelle an den verantwortungsvollen Umgang mit (Energie-)Ressourcen. Insofern sind wir Ihnen für den Hinweis dankbar, dass der Begriff der Nachhaltigkeit definitorisch weiter gefasst werden sollte.

Ein Hauptaspekt Ihres Kommentars betrifft die von Ihnen sogenannte „kollektive Intelligenz“. Möchten Sie uns vielleicht näher darlegen, was Sie darunter im Zusammenhang mit KI verstehen?

Herzliche Grüße

die te.ma-Redaktion

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